Interkulturelle Zusammenarbeit
Verstehen beginnt dort, wo selbstverständlich nicht für alle dasselbe bedeutet.
Internationale Zusammenarbeit gehört für viele Unternehmen, Hochschulen und Organisationen längst zum Alltag. Menschen arbeiten miteinander, studieren gemeinsam, führen Teams über Ländergrenzen hinweg oder beginnen ihren beruflichen Weg in einem Land, dessen Sprache und kulturelle Selbstverständlichkeiten ihnen zunächst fremd sind.
Dabei entstehen Missverständnisse nicht zwangsläufig, weil jemand etwas falsch macht.
Was als verbindlich gilt, wie direkt Kritik ausgesprochen wird, welche Bedeutung Hierarchie hat, wann Eigeninitiative erwartet wird oder wie Entscheidungen getroffen werden, kann sehr unterschiedlich verstanden werden. Selbst dort, wo alle dieselbe Sprache sprechen, bedeutet das noch lange nicht, dass alle dasselbe meinen.
Interkulturelle Zusammenarbeit beginnt deshalb für uns nicht mit der Frage: Wie sind die anderen? Sondern mit der Frage: Was geschieht zwischen uns?
Du möchtest klären, was internationale Zusammenarbeit in Deinem Unternehmen oder Deiner Organisation gerade braucht?
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Kultur wirkt – aber sie erklärt nicht alles.
Menschen ausschließlich über ihre Herkunftskultur erklären zu wollen, greift zu kurz.
Persönlichkeit, Erfahrungen, Werte, soziale Prägung, Sprache, berufliche Rolle, Organisation und die konkrete Situation wirken gleichzeitig. Ein Verhalten, das wir zunächst kulturell erklären, kann ebenso Ausdruck unterschiedlicher Erwartungen, Rollenverständnisse, Kommunikationsgewohnheiten oder organisationaler Strukturen sein.
Deshalb betrachten wir interkulturelle Zusammenarbeit aus mehreren Perspektiven.
Wir schauen darauf, was Menschen wahrnehmen und erwarten, wie sie kommunizieren und handeln, welche unausgesprochenen Regeln innerhalb einer Gruppe wirken und welche Strukturen Zusammenarbeit erleichtern oder erschweren.
So wird kulturelle Unterschiedlichkeit nicht auf Länderwissen und vermeintlich typische Verhaltensweisen reduziert. Stattdessen entsteht ein Verständnis dafür, was in der konkreten Situation tatsächlich wirkt.
Wenn Verständigung mehr braucht als eine gemeinsame Sprache
Viele Schwierigkeiten werden erst sichtbar, wenn Menschen tatsächlich miteinander arbeiten.
Eine Rückmeldung wird als zu direkt erlebt. Eine höflich formulierte Ablehnung wird als Zustimmung verstanden. Mitarbeitende warten auf eine Entscheidung, während ihre Führungskraft Eigeninitiative erwartet. Fragen werden nicht gestellt, weil sie als Zeichen mangelnder Kompetenz verstanden werden könnten. Eine Vereinbarung hat für zwei Menschen eine unterschiedliche Verbindlichkeit.
Dann hilft es wenig, vorschnell eine Seite zum Problem zu erklären.
Die entscheidende Frage lautet:
Wo genau geht Verständigung verloren?
Hier setzt unsere Arbeit an.
Wir verbinden interkulturelles Wissen mit Kommunikation, Werte- und Entwicklungslogiken und dem Blick auf Beziehungen, Rollen und organisationale Strukturen. Dadurch lässt sich genauer erkennen, ob eine Irritation tatsächlich kulturell geprägt ist – oder ob beispielsweise ein Rollen-, Führungs-, Kommunikations- oder Strukturproblem dahinterliegt.
Erst wenn wir verstehen, was wirkt, können wir entscheiden, wo Veränderung sinnvoll ansetzen kann.
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Internationale Zusammenarbeit braucht beide Seiten
Wer in einem anderen Land studiert oder arbeitet, muss lernen, sich in einem zunächst fremden sprachlichen und kulturellen Umfeld zu orientieren.
Interkulturelle Zusammenarbeit ist jedoch keine Einbahnstraße.
Auch Unternehmen, Führungskräfte, Teams, Hochschulen und andere Institutionen brauchen die Fähigkeit, die eigenen Selbstverständlichkeiten wahrzunehmen und für andere verständlich zu machen.
Integration bedeutet für uns deshalb nicht, dass sich eine Seite möglichst reibungslos an die andere anpasst.
Tragfähige Zusammenarbeit entsteht dort, wo Menschen Unterschiede wahrnehmen können, Erwartungen sichtbar werden und gemeinsam Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit entstehen, die für die beteiligten Menschen und den jeweiligen Kontext funktionieren.
Sprache schafft Zugang
Sprache ermöglicht weit mehr als den Austausch von Informationen.
Sie entscheidet mit darüber, ob Menschen Fragen stellen können, sich beteiligen, Beziehungen aufbauen, Konflikte ansprechen und ihre fachliche Kompetenz überhaupt zeigen können.
Gerade für internationale Studierende und Fachkräfte gehören Spracherwerb und interkulturelle Orientierung deshalb häufig zusammen.
Aus diesem Grund ergänzt die LeadershipAkademie den Bereich Interkulturelle Zusammenarbeit um „Deutsch für Studium & Beruf“. Der Spracherwerb wird dabei mit Situationen verbunden, die für Studium, Beruf und das Leben in Deutschland tatsächlich relevant sind.
→ Deutsch für Studium & Beruf
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Wie wir Zusammenarbeit gestalten
Die Ausgangssituationen internationaler Zusammenarbeit sind unterschiedlich. Deshalb beginnt unsere Arbeit nicht mit einem fertigen Trainingsprogramm, in das Menschen oder Unternehmen hineinpassen müssen.
Je nach Situation können interkulturelle Workshops, die Begleitung internationaler Teams, die Vorbereitung auf internationale Zusammenarbeit, Kommunikations- und Konfliktarbeit oder die Verbindung von Spracherwerb und interkultureller Orientierung sinnvoll sein.
Für Unternehmen und Organisationen entwickeln wir Inhalte aus der konkreten Situation, den beteiligten Menschen und dem gewünschten Ergebnis.
Dabei geht es nicht darum, kulturelle Unterschiede möglichst schnell aufzulösen. Es geht darum, sie dort zu verstehen, wo sie Zusammenarbeit beeinflussen – und gemeinsam Formen des Handelns zu entwickeln, die Orientierung und Verständigung ermöglichen.
Denn Persönlichkeit lässt sich nicht standardisieren. Zusammenarbeit übrigens auch nicht.